Sollten Kinder mit auf eine Beerdigung gehen?

Aus gegebenen Anlass standen wir in gewisser Maßen vor dieser Entscheidung. Da es um ein Familienmitglied meines Mannes geht, wurde uns die Entscheidung allerdings abgenommen.
Mich würde sehr interessieren wie Ihr das handhabt? Ab welchem Alter nehmt oder würdet Ihr Eure Kinder mitnehmen? Oder spielt das Alter für Euch keine Rolle wenn es beispielsweise um ein Familienmitglied geht? Geht es um nicht um ein Familienmitglied, seht Ihr es dann anders?


Ich war als Kind selber auf mehreren Beerdigungen von Familienmitgliedern, dort waren natürlich auch immer andere Kinder. In unser Familie gab und gibt es keine Diskussion darüber das Kinder nicht mit dürfen, weil sie zu laut sein könnten. Sie gehören doch auch zur Familie und müssen lernen, dass der Tod mit zum Leben gehört.

 


Wie Ihr vielleicht schon raus lesen könnt, ist es auf der Beerdigung von der Oma meines Mannes, nicht erwünscht das unsere Kinder beziehungsweise überhaupt (kleine) Kinder mitkommen. Beziehungsweise eher die Kleine(2) nicht. Die Große(8) würde es ja schon verstehen haben sie gesagt. Aber bei der Kleinen, wüsste man nicht wie sie sich verhält, ob sie leise sein würde oder die ganze Zeit brabbeln würde weil sie ja momentan alles nachplappert.
Für mich persönlich, ist es etwas befremdlich wenn man Kinder egal welchen Alters von einer Beerdigung ausschließt, aus Angst davor das die Kinder „zu laut“ sein könnten oder irgendwas sagen würden. Für mich steht eher der Gedanke im Vordergrund, wie verarbeiten sie es und verstehen sie es überhaupt.

 


Sicher trauert jeder anders und für manche ist es vielleicht ein Unding, wenn es „Störungen“ bei der Beerdigung gibt. Ich respektiere das auch, es bleibt mir in diesem Fall ja eh nichts anderes übrig.
Für meine Familie käme das allerdings so nicht Infrage. An so einem Tag sollen Alle zusammen sein. Zusammen trauern,zusammen Abschied nehmen, zusammen gedenken und vielleicht auch zusammen lachen, weil die Kinder eben sind wie sie sind und eben mal aus der Reihe tanzen und nicht der „Etikette“ folgen.

 


Mein Mann wird nun alleine zur Beerdigung gehen….
Wie oben schon geschrieben, interessieren mich Eure Erfahrungen und wie Ihr das Handhabt. Ich freue mich über Euren Kommentar.

 

7 Comments

  • Reply Produktproben

    Hallo Katharina,

    die Meinungen spalten sich bei solchen Themen natürlich.
    Eine Beerdigung ist für niemanden schön und ich denke, Kinder haben damit ganz schön zu kämpfen.

    25. Juni 2017 at 18:33
  • Reply Katrin

    Liebe Katharina, ich würde mich über die Entscheidung der Schwiegerfamilie hinwegsetzen und die Kinder mitnehmen. Wie viele andere hier schon schrieben, haben Kinder ihren eigenen Umgang mit Situationen und sie begreifen mehr, als man ihnen als Erwachsener zutraut. Für ihre Fragen helfen ihnen Erklärungen oder sie finden ihre eigenen.
    Mein großer Neffe bspw. verlor im Alter von knapp dreieinhalb Jahren seinen Opa. Auf der freien Trauerfeier erzählte der Redner, dass der Opa leider aus seinem Urlaub nicht zurückkehrte und nun im Himmel sei. Daraufhin meinte der Dreikäsehoch, ob er denn nicht mit dem Flugzeug zurück kommen könnte.
    Es gab keinen innerhalb der Trauergesellschaft, der nicht schmunzelte; selbst der Redner.
    Alles Liebe Dir und Deiner Familie, Katrin

    18. Juni 2017 at 11:42
  • Reply Notperfectbutmylife

    Huhu Kathaa!

    Ein sehr heikles und schwieriges Thema, mit dem ich selber noch nicht am Ende bin. Die richtige Entscheidung zu treffen, ist gar nicht so einfach und ich verstehe beide Seiten. Wahrscheinlich habt Ihr recht und es ist falsch, die Kinder nicht mitzunehmen, aber ich tue mich immer noch sehr schwer damit. Dennoch, es stimmt, sie gehören schließlich zur Familie dazu!

    LG Sabine

    11. Juni 2017 at 20:40
    • Reply Katharina Kasokat

      Huhu Schnecki 🙂 Ich glaube man denkt immer noch zu sehr das man die Kinder schützen muss. Aber sie verstehen es sicher besser so. Und erleben Emotionen und das das einfach alles zum Leben dazu gehört.
      Gruß Katharina

      13. Juni 2017 at 20:09
  • Reply Tanja

    Ich war 6 oder 7 als meine Oma gestorben ist und bin sehr froh, dass wir zur Beerdigung mit durften. Kinder auszuschließen finde ich falsch, selbst wenn sie die von den Alten aufgestellten Regeln nicht beachten soltlen sie dabei sein. Ich fand ohnehin viel schlimmer, dass bei der Raue immer alle total fröhlich und am lachen sind und ne Stunde vorher in der KIrche noch das große Heulen herrschte. Das hat für mich nie zusammengepasst und tut es auch heute noch nicht. Von daher finde ich es wirklich traurig, dass die Familie die Kinder ausschließen will.

    9. Juni 2017 at 15:38
  • Reply omadieschreibtante

    Gerne möchte ich Dir eine Rückmeldung geben: als ehemalige Bestatterin sind mir die Befürchtungen Deiner Familie nicht fremd; verstanden habe ich sie allerdings nie.
    Ich finde, zum Leben gehört das Sterben dazu, es bildet quasi die einzige Konstante im Leben. Kinder sollten hiervon nicht ausgeschlossen werden. Sie erleben Trauer anders, sie denken mystischer und sie können erst ab einem Alter von ca. 10 abstrakt denken.
    Ich habe einige Traueransprachen gehalten, bei denen auch Kleinkinder dabei waren. Eines saß die ganze Zeremonie über neben dem Sarg und spielte mit den ausgestreuten Blumen. Ein anderes kommentierte jedes gesungene Lied und die Trauergesellschaft musste dabei schmunzeln.
    Die Kinder zeigen uns ganz deutlich: UNSER Leben geht weiter, es steht nicht still, auch wenn wir traurig sind. Ihr Verhalten zeigt uns auch, wie dicht Lachen und Weinen beieinander liegen.
    Wer im Ernst Kinder von Beerdigungen kategorisch ausschliessen will, hat einfach (noch) nicht genug darüber nachgedacht.
    Kinder lernen dem Umgang mit dem Tod und mit Trauer durch uns, wenn wir kneifen und ihnen Wichtiges vorenthalten, dürfen wir uns nicht wundern, wenn sich in der Bestattungskultur nichts verändert.
    Ich wünsche Dir und Deinen Kindern eine gute Möglichkeit von der Uroma Abschied nehmen zu können und grüße ganz herzlich.

    P.S. auf meinem Blog findest Du unter anderem auch Geschichten über Abschiedsnahme, Sterben und Tod. Ich würde mich freuen, wenn Du mich mal besuchst.

    8. Juni 2017 at 17:22
  • Reply Nele

    Hi, also ich nehme meine Kinder mit. Wie du schon sagst, sie gehören zur Familie und müssen auch lernen Abschied zu nehmen. Kinder gehören zu Familien dazu da muss man auch mal mit rechnen das sie was sagen. Ist ganz normal und kann auch dem ein oder anderen in seiner Trauer ein lächeln ins Gesicht zaubern. Danke für deinen Bericht.
    Liebe Grüße Nele

    7. Juni 2017 at 16:36
  • Ich freue mich über dein Feedback zu meinem Bericht

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