Familie

UNSER KINDERGARTENWECHSEL – ERFAHRUNGEN NACH EINEM UNSCHÖNEM JAHR

Die Krippe, der Ort wo sich die Kinder in der Zeit wo die Eltern arbeiten sind, wohl, geborgen und gut aufgehoben fühlen sollten. Schließlich verbringen viele Kinder einen Großteil des Tages dort. Auch für die Eltern ist es so wichtig loslassen zu können und zu wissen, dass die Kinder bei den Erziehern in guten Händen sind.

Was aber wenn man eben dieses Gefühl nicht hat, wenn reden nichts hilft und die Erzieher ihr Ding durchziehen so wie sie es immer machen.

Unsere Große war in einer ganz tollen Krippe, von Anfang an hat alles super geklappt und sie hat sich sehr wohl dort gefühlt. Das lag auch an der Organisation des Eingewöhnen, da bin ich mir sehr sicher. Leider haben wir in dieser Krippe für unsere Kleine im letzten Jahr keinen Platz mehr bekommen. Da ich aber wieder arbeiten gehen wollte und auch ein bisschen freie Zeit benötigte, musste eine andere Krippe gefunden werden.

Die Einzigste die noch einen freien Platz hatte, war bei uns im Ort. Ich bin da schon mit sehr gemischten Gefühlen ran gegangen, da ich schon einige unschönen Dinge gehört hatte. Aber ich wollte es trotzdem probieren und schauen wie das alles auf mich und vor allem Lea wirkt.

Die Kitaleitung bestellte uns direkt zum ersten Tag nach den Ferien. Überrascht wurde ich dann gleich davon, dass keiner der Erzieherin wusste, dass wir an diesem Tag kommen würden. So ging der erste Tag schon total chaotisch los, denn wir waren natürlich nicht die Einzigsten neuen. Mein Vorschlag später wieder zu kommen, wurde abgelehnt. Ich solle mich in eine Ecke setzen und Lea mal machen lassen. Da zu diesem Zeitpunkt noch Ferien waren, war Maja auch mit.

Lea, die sich natürlich aus Neugierde langsam vortastete, wurde nach 20 min direkt von einem älteren Jungen „angegriffen“ also es war schon recht bösartigt, mit schlagen usw… Ich habe es natürlich gesehen, da ich mein Kind beobachte, was ich auch von einer Erzieherin erwartet hätte, die ein neues Kind eingewöhnen will. Aber sie hat es nicht gesehen weil sie damit beschäftigt war, mit ihren Kolleginnen zu plaudern. Ich habe einen Moment abgewartet, weil mir gesagt wurde, am besten nicht einmischen. Aber das ging einfach nicht, denn dieser Junge hörte nicht auf. Lea stand ganz still da und lies es über sich ergehen, sie hatte Angst. Und mir schossen die Tränen in die Augen, ich wollte sie nehmen und wegrennen aber ich habe mich nicht getraut 🙁 Ich merke gerade beim schreiben, wie mich das immer noch mitnimmt…seufz…schnief…

Ich habe dann eine Erzieherin darauf aufmerksam gemacht die dann den Jungen einfach in eine andere Ecke setzte, ohne ihm zu erklären, dass das so nicht gehen würde. Ich bin am nächsten Tag und an den Tagen darauf, trotzdem mit Lea wieder hingegangen, immer mit dem Gedanken, das es vielleicht einfach nur ein schlechter Start war. Die darauffolgenden Tage verliefen auch ruhiger, wobei Lea, dadurch das sie da so reingeschmissen wurde keinen Bezug zu irgendeiner Erzieherin aufbauen konnte.

Das kannte ich aus der Krippe von Maja ganz anders, da gibt es ein Eingewöhnungskonzept, wonach die Kinder die ersten Tage nur mit der Erzieherin spielen und dann lagngsam gemeinsam die Gruppe und die anderen Kinder erforschen.

Nach ca. 1 1/2 Wochen, sollte Lea 4 Stunden alleine im Kiga bleiben. Für mich war das schwerer zu ertragen, sie hat gespielt, wenn auch immer sehr verhalten und zurückhaltend aber trotzdem immer ohne mir hinterher zu weinen.

Nach einem langen Gespräch mit ihrer eigentlichen Bezugserzieherin, in dem ich meine Sorgen einmal kundtun konnte und sie mir eigentlich das Gefühl gegeben hatte, dass ich ein wenig loslassen konnte, ging es mir erst mal besser.

Leider hielt dieser Zustand nicht lange an, denn ich habe zwischendurch immer Mal wieder mitbekommen, wie die Erzieher sich in bestimmten Situationen den Kindern gegenüber verhalten. Das musste nicht mal was mit Lea zu tun haben. Aber wenn ein Kind einem anderen Kind beispielsweise weh tut, und die Erzieherinnen nur sagen „das ist nicht schön“ anstatt dem Kind zu erklären, warum es nicht schön ist, weil es weh tut und weil es schöner ist nett zueinander zu sein. Wenn dann überhaupt mal was gesagt wurde, denn es sei ja ganz normal das die sich hauen usw… klar ist es auch aber ich finde man sollte den Kindern von Anfang an sagen das es trotzdem nicht schön ist. Die Erzieherin hat in meinem Beisein, einmal mit Absicht ein Buch auf den Kopf gedonnert bekommen. Sie zum Kind “ das darfst du nicht so doll machen“ ähm ok. Ich finde das gar nicht in Ordnung wenn mit Gegenständen geschlagen wird.

Das zog sich die Monate alles so weiter, ich war unglücklich aber Lea ist relativ gerne hingegangen. Allerdings immer nur von 8.30 – 11.45 Uhr. Denn in der Krippe dürfen sich die kleinen Kinder selbst aussuchen ob sie Mittagsschlaf machen wollen. Auch eine Sache, die für mich gar nicht geht. Aber da das gut Ging mit der Arbeit, habe ich sie eben wieder so früh abgeholt.

Da ich aber wie gesagt einfach nicht warm geworden bin mit der Art und dem Umgang mit den Kindern, war für mich relativ früh klar das ich sie in der Krippe anmelden werde wo Maja auch war. Ich habe dort mein Leid geklagt und bekam viel Zuspruch und die Info, dass sie all das schon von vielen Eltern und ehemaligen Angestellten gehört hatten.

Natürlich war es nicht so einfach einen Kindergartenwechsel zu machen und einen Platz zu bekommen, immerhin hatten wir ja schon einen und hätten somit einem anderen Kind evtl einen Platz genommen. Da wir uns aber für das Vorjahr ja auch schon angemeldet hatten, standen wir auf der Warteliste auf Platz 3, zum Glück.

Im Frühjahr diesen Jahres passierten in der alten Krippe noch allerhand für mich unschöne Dinge. Beispielsweise, sind die Krippenkinder überwiegend mit den großen Kindern draußen, weil der außen Bereich der Krippe, lächerlich klein ist und mit nur einem Treckerreifen als Sandkasten ausgestattet war.

Da die meisten Erzieher von Krippe und Kindergarten sich sehr gerne unterhielten und dabei auch mal das ein oder andere Kinder aus den Augen verloren, war ein Großteil des Spielplatzes „unbewacht“.

Lea erzählte mir öfters, dass der oder die, sie geschubst, gehauen oder sonst was hätte. An einem einem Tag, holte ich sie mittags ab und musste sie auf dem Spielplatz suchen. Sie stand weinend am Zaun. Ein Junge wollte sie gerade hochnehmen. Als ich dann da war lief der weg. Dann kam auch endlich mal eine Erzieherin und fragte Lea was los sei, die antwortete ihr aber nicht. Aber mir sagte sie, dass der Junge ihr weh getan hat. Ich zeigte der Erzieherin den Jungen, der meinte, dass er Lea festhalten sollte und ein anderer Junge sie gewürgt hätte…. Boa, da bin ich denn aber erst mal ausgerastet. Irgendwann ist auch mal Schluss. Und das Einzige was die zu dem Jungen gesagt hat, ist das er sich entschuldigen sollte. Ich hätte dem am liebsten die Hammelbeine langgezogen…

Ich habe dann eine Woche später die Zusage von der neuen Kita bekommen und die alte gekündigt. Dann stand dem Kindergartenwechslen nichts mehr im Wege.  So hatte ich Lea dann fast wieder 10 Wochen zu Hause. Aber besser zu Hause als dort. Die eine Erzieherin fragte mich dann auch allen Ernstes noch, warum wir gehen. Habe ich ihr auch gerne noch mal erklärt. Aber ändern wird sich da sicher nichts. Es sind noch so viele Sachen passiert, die jetzt hier einfach den Rahmen sprengen würden.

Mir tat das für Lea alles sehr Leid, denn am Ende also nach fast 1 Jahr, war es dann endlich soweit, dass ich eigentlich das Gefühl hatte das sie dort angekommen sei. Sie hat sich endlich getraut was zu sagen und hatte 1 Lieblingserzieherin. Daher hatte ich dann vor dem Kindergartenwechsel doch etwas Angst.

Der Kindergartenwechsel

Da Lea ihre neue Krippe, schon etwas kannte, weil Maja nach der Schule dort in den Hort geht und wir sie dort abholen, war es kein ganz unbekannter Ort mehr. Die beiden Erzieherinnen die früher bei Maja schon da waren, sind jetzt immer noch da, dass finde ich prima, denn sie sind beide total herzlich und lieb. Auch ein junge Frau die gerade ihre Ausbildung beendet hat ist jetzt im Team und macht einen guten Eindruck auf mich.

Die Eingewöhnung lief genau wie bei Maja, ganz entspannt ab. Die Erzieherin war die Gleiche. Lea und ich waren mit ihr im Schlafraum wo ein paar Spiele aufgebaut waren. Von dort aus kann auch in den Gruppenraum geschaut werden. Am Anfang war Lea sehr verhalten, sie braucht immer ein bisschen bis sie warm wird. Aber das ist völlig ok. Die Erzeiherin hat ihr ein paar Angebote gemacht auf die sie dann auch einging. Die ersten 3 Tage habe wir das so gemacht und Lea hat es gut gefallen.

Am 4. Tag sind die beiden dann in den Gruppenraum gegangen, die anderen Kinder waren draußen. So konnte Lea erstmal alles erforschen. Die Krippe hat ein tolles hohes Plateau, Lea liebt es zu klettern und das war genau das Richtige für sie um auch mit der Erzieherin in Kontakt zu treten. Am 5. Tag wollte sie auch mit raus, was sie dann auch durfte. Ich saß aber immer noch in dem Schlafraum und Lea schaute ab und an, ob ich noch da bin. Die ersten Tage, waren wir immer nur eine Stunde da.

Nach dem Wochenende, hat es dann wieder etwas gedauert, bis Lea warm geworden ist. Aber sie kommt dann nach ca. 10 min doch schnell ins Spiel. Anfangs noch kurz im Schlafraum, sind die beiden dann zu den anderen Kindern raus oder in den Gruppenraum gegangen.

Ich durfte dann nach 7 Tagen das erste Mal für 1 Stunde weg. Für Lea war das völlig in Ordnung. Übrigens, dass hatte ich vergessen zu erwähnen. Eigentlich war sie schon fast trocken am Tage aber da der andere Kiga es nicht auf die Reihe bekommen hat und Lea sich da nicht getraut hatte was zu sagen, waren wir wieder komplett im Windelmodus. In den 10 Wochen zu Hause, klappte es aber wieder und ich war gespannt, wie es in der neuen Krippe wäre.

Und ich war echt stolz auf sie, die ersten paar Tage ging noch was in die Hose, was ja gar nicht schlimm ist. Aber nach nicht mal einer Woche hat sie sich schon getraut zu sagen, dass sie auf Toilette möchte. Das hat mir schon gezeigt, dass sie sich dort jetzt schon sicherer fühlt.

Nun ist sie auf den Tag genau, gerade einmal 3 Wochen da. Sie ist seid letzte Woche Montag, für 4 Stunden alleine da gewesen und hat auch schon dort Mittag gegessen. Und letzte Woche Freitag schon das erste Mal da geschlafen, was sofort ohne Probleme funktioniert hat. Ich bin echt unfassbar überwältigt, was dieser Kindergartenwechsel ausmacht. Lea blüht so auf, sie freut sich morgens so auf die Kita. Ich merke wie glücklich sie ist und auch ich kann endlich loslassen und sie mit einem super guten Gefühl verabschieden. Morgens möchte sie immer och das ich 5 min bleibe und das ist weder für mich noch für die Erzieher ein Problem.

Es ist von Anfang an so gelaufen, wie ich es mir erhofft habe. Sie hat ihre Bezugsperson, traut sich aber trotzdem, genauso alle anderen um Hilfe zu bitten. Ich bin echt stolz und glücklich das das alles nun so geklappt hat.

Da ich ja von Maja weiß, wie die mit den Kindern sind und was sie machen, sehe ich für die Zukunft keine Probleme. Das die Kinder sich streiten usw. gehört natürlich zum Alltag dazu aber der richtige Umgang damit ist Gold wert.

Natürlich wird ein Wechsel nicht für jedes Kind so einfach sein, denn jedes Kind ist anders und verarbeitet Dinge unterschiedlich. Aber ich denke wenn man total unzufrieden ist mit der Situation sollte man auf jeden Fall noch einen Neustart wagen.

Das waren unsere Erfahrungen. Ich bin gespannt auf Eure. Daher würde ich mich über ein Kommentar sehr freuen.

 

6 Comments

  • Reply Nancy

    Meine Tochter ist in einem kleinen Kindergarten, der nur eine Gruppe hat mit knapp 20 Kindern. Sie ist mit drei Jahren hingekommen. Die erstem Tage waren nicht einfach, dann kam das Wochenende, und ich dachte, nach dem Wochenende wird es wieder schwieriger. Aber da hatte sie auf einmal keine Probleme mehr und sagte fröhlich: moin!

    Es gibt dort nur zwei Erzieherinnen, und ab und an eine Praktikantin. Bei dieser Gruppe finde ich überhaupt keine Aggressivität. Wen irgendwas nicht richtig lief, dann gab es von den Erziehern eine Konsequenz, und genau das ist es was sein muss, ansonsten machen die älteren Kinder ja wirklich was sie wollen, und erfahren nicht, dass es überhaupt nicht richtig war.

    Das mit dem Würgen was du erzähltest, das geht überhaupt gar nicht. Das dann eine Sicherung platzt, ist nachvollziehbar. Gerade bei den Mäusen, die wirklich viel ruhiger sind im Kindergarten,,, die sind ja den anderen hilflos ausgeliefert.

    Ich bin froh, dass sich bei dir und deiner Maus nun alles zum Guten gewendet hat.

    Liebe Grüße

    Nancy

    20. September 2017 at 9:40
  • Reply Notperfectbutmylife

    Huhu meine Liebe,

    ich finde es richtig, dass Du Deinem Gefühl und Deinem Mutterherz gefolgt bist! Alles richtig gemacht, wie sich ja schon bestätigt hat. Ach man, wenn ich die Bilder von Lea sehe – ich vermisse Deine Mäuse! Die Zeit war viel zu kurz. Huch, vom Thema abgekommen. Sophia fühlt sich in unserem Kindergarten richtig wohl und geht ebenfalls mit Freude hin. Das finde ich auch sehr wichtig, denn ist das Kind glücklich, ist es die Mutter auch und kann beruhigt ihren Sachen/ ihrer Arbeit nachgehen. Bei uns könnten die Mütter mal etwas freundlicher sein, denn die haben es nicht mal nötig, zu grüßen – verlangen aber genau das von ihren Kindern. Finde den Fehler! Bald ist Elternabend und ich werde es sicherlich ansprechen, denn es stört mich und kenne ich so einfach nicht.

    LG Sabine

    12. September 2017 at 11:06
  • Reply melissa

    bin gerade zufällig auf deinen Blog gestoßen weil ich zum Thema was gesucht hatte meine kleine geht seit 2 Wochen in den Kindergarten und ich habe das Gefühl es wird nicht viel dort gemacht außer malen und drause spielen während die Erzieher rum sitzen überlege auch zu wechseln aber ich habe gemischte Gefühle habe Angst das ich ihr damit schade aber ich will nur das beste für meine kleine.

    Liebe Grüsse

    28. August 2017 at 22:50
    • Reply Katharina Kasokat

      Hallo Melissa, das kann ich gut verstehen. Man solle immer auf sein Bauchgefühl hören. Wenn es für dich gar nicht stimmig ist solltest du über einen Wechsel nachdenken. Sonst geht es dir wie mir und du leidest unnötig. Noch hat deine Kleine sich ja noch nicht zu sehr an alle/alles gewöhnt. Vielleicht hast du ja Glück und ein anderer Kindergarten hat noch einen Platz für dich Ich wünsche dir alles Gute.
      Liebe Grüße Katharina

      29. August 2017 at 9:28
  • Reply JJacky

    Ohha. Das war ja starker Tobak. 🙁
    Furchtbar das es solche Einrichtungen noch gibt.
    Meine Enkeltochter Emi bekam Gottseidank in der ehemaligen Kita meiner Tochter einen Platz. Die Erzieher von ihr sind zwar noch da, aber nicht in Emis Gruppe.
    Die Eingewöhnung habe ich zum Teil mitgemacht und muss sagen, dass sie ähnlich wie in eurer „Wechsel“ Kita ablief. Und unsere Maus fühlt sich dort sehr wohl. Bei „Problemen“ wird den Kindern in Ruhe erklärt, wieso dies oder das nicht in Ordnung ist. Das habe ich selbst dort erlebt.

    Ich freue mich für deine kleine Maus, dass sie nun wohlbehütet ihren Kita-Alltag genießen kann! 🙂
    Und für dich, dass du nun entspannt und ohne Sorgen währenddessen ´deinen´ Alltag meistern kannst.
    LG JJacky

    22. August 2017 at 18:35
  • Reply Nina Moschi

    Ich freue mich das der Wechsel geklappt hat und sie dicsich h wohl fühlt..lg

    22. August 2017 at 16:20
  • Ich freue mich über dein Feedback zu meinem Bericht

    %d Bloggern gefällt das: